25 April 2015

Neuer Europäischer Hersteller: Purelent


Gestern hat sich Purelent ganz offiziell in Reddit's Soylent-Community vorgestellt. Wie auch Joylent und Queal hat Purelent seinen Sitz in Holland, wo die Idee vom Essensersatz in Pulverform zur Zeit deutlich mehr Anhänger zu finden scheint als im Rest von Europa. Trotz des etwas unglücklich gewählten Namens bin ich ziemlich begeistert, und habe mir gleich mal ein Paket mit allen Geschmacksrichtungen bestellt.


Der Grund meiner (hoffentlich nicht nur vorläufigen) Begeisterung für Purelent sind die Inhaltsstoffe. Auf diesem Gebiet hat das neue Produkt eine wenig beachtete, aber meines Erachtens sehr wichtige Marktlücke geschlossen: Qualität! Denn Purelent gibt nicht nur exakt an in welcher chemischen Form die Mineralien und Vitamine des Produktes vorliegen (PDF), sie haben anscheinend auch getan was viele andere versäumen: Nachgelesen welche dieser Verbindungen tatsächlich als Nährstoffe taugen.

Endlich ein vollständiges Produkt?


Am Beispiel von Calciumcarbonat (Tafelkreide) lässt sich gut verdeutlichen, was ich meine. 

Die Zutat die von etlichen Rezepten verwendet, sowohl im kommerziellen als auch DIY-Bereich. Der Mensch benötigt Calcium, Kreide enthält Calcium, passt also - auf dem Papier zumindest. Tatsächlich wird Calciumcarbonat kaum verdaut, sondern größtenteils wieder ausgeschieden ohne irgendeinen Zweck erfüllt zu haben. "Bioverfügbarkeit" ist der Fachbegriff dafür, und die von Calciumcarbonat ist bedeutend niedriger als die von anderen Calcium-Verbindungen wie z.B. Calciumcitrat oder Calciumgluconat.

Den meisten Firmen haben sich bisher krass wenig um derartige Einschränkungen gekümmert. In meinem Review von Queal habe ich schon über meine Unzufriedenheit in dieser Hinsicht geschrieben, doch Queal sind alles Andere als eine Ausnahme. Auch viele DIY-rezepte übernehmen blind die Soll-Werte irgendeiner internationalen Ernährungsorganisation und schmeißen einfach irgendwelche Zutaten zusammen die die entsprechenden Stoffe enthalten, ohne Rücksicht darauf ob diese tatsächlich in einer biologisch verwertbaren Form vorliegen.

Irgendwo kann ich das nachvollziehen: Den Firmen kann es schlicht egal sein, sobald sie die magischen Worte "100% des DRI" auf ihr Produkt schreiben können. Etliche Produkt-Reviews diskutieren fast ausschließlich die Themen Geschmack und Konsistenz, da muss es niemanden wundern wo die Prioritäten der Hersteller liegen. Auch beim Selbermixen ist es nachvollziehbar dass das Thema unter den Tisch fällt, denn zum Einen ist die Recherche wirklich verdammt viel Arbeit, und zum Anderen fällt der Mangel einfach niemandem auf. DIY-Enthusiasten sind häufig Mangelernährt (daher der Enthusiasmus), und selbst achtlos zusammengewürfelte Minimal-Rezepte stellen in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung der Ernährung da. Bis den Konsumenten die subtilen Auswirkungen von der ein-oder-anderen Mineralien-insuffizienz überhaupt auffallen werden wohl ein paar Jahre ins Land ziehen.

Aber zurück zu Purelent. Ich habe Freitag Abend bestellt, und grade eine Mail erhalten das ich das Paket schon am Montag erwarten kann - Wer interessiert ist kann sich also in Kürze auf ein ausführliches Review von mir freuen. 

Eine vegane Version von Purelent gibt es leider noch nicht, daran wird aber laut /u/Purelent bereits gearbeitet. Auch eine Ketogene Version soll in der Mache sein, was vor allem für jene spannend sein dürfte die darauf hoffen Gewicht zu verlieren. 

Industrielle Partner statt studentischer Bastel-Charme

Ein weiteres Merkmal gibt es noch, das Purelent von seiner Konkurrenz unterscheidet: Wo die meisten existierenden Marken als Privatleute anfingen zuhause zu mischen und ihr Produkt inzwischen semi-professionell in angemieteten Bäcker-Küchen oder ähnlichem herstellen, da setzt Purelent gleich von Anfang an auf die Erfahrung und Expertise industrieller Partner. Wer genau diese Partner sind bleibt im Dunkeln, doch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Leuten aus der Lebensmittelindustrie lassen im Bezug auf Geschmack und Konsistenz des Produkts viel erhoffen. Was darunter leidet ist allerdings die Transparenz; das Rezept von Purelent ist nicht öffentlich.

24 March 2015

Erster Eindruck: Erbsenprotein

Meine verschollene Bestellung ist grade angekommen, und mit dabei sind 500g Erbsenprotein von Bulkpowders.de. Reviews berichten von toller Löslichkeit, aber ekelhaftem Gestank und noch schlimmerem Geschmack. Ich wollte mir selbst ein Bild machen.
Bild: Wikimedia Commons
Der erste Eindruck beim Öffnen der Tüte ist toll: Es staubt nicht, klebt nicht, ist sehr fein und fast völlig Geruchsneutral. Keine Ahnung über welchen Gestank sich die reviewer beschweren, ich kann nur mit viel Mühe eine leicht erdige Note ausmachen. Naja, vielleicht kommt das ja wenn ich es mit Wasser mische. Ich probiere das gleich mal aus und schütte mir einen Teelöffel voll in ein zu ca. einem viertel gefülltes Wasserglas.
Tatsächlich riecht es stärker, nachdem es mit Wasser gemischt ist, aber noch immer weder besonders stark, noch schlimm. Tatsächlich riecht es ziemlich exakt wie Sojamilch - Erdig. Die Löslichkeit ist wirklich fantastisch: Einmal umrühren und alles ist perfekt. Keine Klumpen, keine Ränder, kein Schaum, nichts.

23 March 2015

Derp, Derp, DPD.

Es ist ein Frustfest. Wie gestern berichtet hätte meine Lieferung neuer Zutaten eigentlich am Freitag hier ankommen sollen. Dummerweise wurde bei der Datenübermittlung aus der Hausnummer "1-3" eine 13, sodass das Paket wieder zum Verteilerzentrum zurück ging. 

Am Freitag rief ich dann bei DPD an, erklärte den Fehler, und beauftragte die freundliche Dame doch bitte zu veranlassen dass das Paket an den nächsten DPD-Shop geliefert werde, wo ich es dann am Montag abholen könnte. Gesagt, getan, die Adressänderung wurde auf einen Sticker gedruckt, und prompt von irgendeinem Schmock im Halbschlaf auf das falsche Paket geklebt. 

Kein Wunder das die Mitarbeiter bei dem Chaos den Überblick verlieren.


Gemerkt habe ich das ganze übrigens erst als ich das Paket öffnete und Duftkerzen in der Hand hielt. Ich wunderte mich sogar über die seltsame Werbebeilage, bevor ich endlich verstand was Sache war. Nicht mein hellster Moment.

22 March 2015

Drei Tage Normales Essen

In Theorie war es so einfach: Ein bisschen googlen bis ich ein paar Kandidaten habe, dann in der wissenschaftlichen Literatur nachschlagen welche davon tatsächlich was taugen, dann kleine Mengen bestellen für einen Geschmackstest. Zack, schon wäre das Maltodextrin und diverse andere Zutaten durch etwas besseres ersetzt, und bestenfalls wäre der Nachschub da bevor mir meine eigenen Vorräte ausgehen.

Die ersten Schritte haben ganz gut geklappt. Am Dienstag Abend habe ich eine ganze Reihe von Dingen bestellt: Wachsmaisstärke, Sojaproteinisolat, Erbsenproteinisolat, Instant-Haferflocken, Flohsamenschalenpulver, Xantham, und andere Kleinigkeiten. Ebenfalls gerne ausprobiert hätte ich Hanfprotein, aber da selbst der Hersteller mir nicht die genauen Inhaltsstoffe nennen konnte lasse ich erstmal die Finger davon. 

Obwohl Bulkpowders.de seine Produkte aus England verschickt, sind die Lieferzeiten angenehm kurz. Besser gesagt: Sie wären kurz gewesen, hätte DPD nicht irgendwo zwischen England und Deutschland bei der Datenübermittlung meiner Adresse aus der Hausnummer 1-3 eine 13 gemacht. Das Resultat ist natürlich das meine Lieferung nicht angekommen ist. "Doof, dann kommt es erst am Samstag," dachte ich, aber weit gefehlt: DPD liefert nur an 5 Tagen in der Woche. Schön für die Mitarbeiter, ungut für mich, denn eigentlich hätte ich dieses Wochenende gerne damit verbracht die neuen Zutaten zu testen.

18 March 2015

Chocolate Haferflockenfood und andere Experimente

Als ich mein erstes Rezept erstellte wählte ich die Zutaten, bestimmte die Mischverhältnisse und balancierte die Nährwerte, bestellte mir dann alles, und zuallerletzt testete ich wie das ganze schmeckt. Es schmeckte gar nicht.

Bei Powderfood 3.0 werde ich andersherum vorgehen: Erst wird der Geschmack getestet, dann die Nährstoffe ausbalanciert. Das ist bedeutend einfacher, da Multivitamine und ähnliche Präparate geschmacklich nur wenig bis gar nicht ins Gewicht fallen. Das hätte ich mir eigentlich schon damals denken können, hab ich aber nicht.

Getestet werden also zunächst mal Kombinationen von Lebensmitteln, welche die drei Hauptgruppen abdecken. Da ich mit meinen Fettlieferanten sehr zufrieden bin, stehen zunächst mal Kohlenhydrat- und Proteinquellen auf der Liste. Gestartet wird heute mit den "Carbs."

Instant-Haferflocken

Wer den Blog hier verfolgt weiß bereits, das ich vor kurzem eines der kommerziellen Produkte aus Holland getestet habe. Insgesamt bin ich von der Erfahrung zwar nicht begeistert, doch was mich nachhaltig beeindruckt hat war die, im Vergleich zu meinem Powderfood, deutlich weichere Konsistenz. Da die wahrscheinlichste Ursache für das etwas kratzige Mundgefühl meines Rezeptes das Hafermehl ist, habe ich es mal zum Anfangspunkt meiner Testerei auserkoren. 

Haferflocken: Optisch nicht so der Renner
Der erste und offensichtliche Ersatz sind Instant-Haferflocken, die sich in Wasser vollständig auflösen. Da die Herstellung von Instant-Haferflocken einfach darin besteht Hafer unter Wasserdampf durch Stahlwalzen zu pressen, sind die enthaltenen Nährstoffe praktischerweise immer noch die selben wie im Mehl - An meinem Rezept muss also sonst nichts angepasst werden.
Auch beim Preis gibt es keinen wirklichen Verlust, denn bei Bulkpowders.de sind die Haferflocken zwar teurer als mein bisher verwendetes Hafermehl (13€/5kg), dafür aber ab einem Bestellwert von 50€ Versandkostenfrei. Da ich aus dieser Quelle bald auch Proteinisolate beziehen werde werde ich diese Preisgrenze ohnehin überschreiten, was dann für die Instant-Flocken ziemlich exakt auf den gleichen Kilopreis hinausläuft wie das Mehl aus meiner bisherigen Quelle.

Für den gestrigen Test habe ich allerdings erstmal Instant-Flocken aus dem lokalen Drogeriemarkt verwendet, da ich nicht warten wollte bis meine Bestellung ankommt. Wie erwartet ist das kratzige Mundgefühl hiermit völlig verschwunden. Der Geschmack weist wie erwartet keine Veränderung auf, nur die Konsistenz des Shakes ist bei gleicher Wassermenge cremiger und weicher. Sollte ich mich dafür entscheiden in Zukunft weiterhin Hafer als Grundlage zu verwenden werde ich wohl dauerhaft auf die Instant-Variante umsteigen.

14 March 2015

Zeit für ein neues Rezept

Meine Erfahrung mit dem Queal Testpaket hat mir zwei Dinge klargemacht: Zum Einen das ich mein
Soylent wohl weiterhin selber mischen werde, und zum Anderen das mein Rezept definitiv noch Raum für Verbesserungen hat.

Mit dem Erstellen meines ersten Rezeptes fing ich an, als ich mich nach meinem Aufenthalt an der Uni mit zwei Monaten Arbeitslosigkeit konfrontiert war. Mein Hauptaugenmerk bei der Auswahl der Zutaten lag dementsprechend auf dem Preis: Mehr noch als meine Diät gesünder oder weniger aufwändig zu gestalten wollte ich mich hauptsächlich einen Weg finden, mich günstiger zu ernähren. Mit einem Preis von unter 3€ pro Tag ist mir das auch gelungen, und es ist trotzdem ein Produkt dabei herausgekommen welches mir besser schmeckt als das Essen in der Unimensa.
Das aktuelle Rezept auf diy.soylent.me
Dennoch ist mein Powderfood in macher hinsicht noch etwas ungehobelt, nicht zuletzt aufgrund meines damals sehr limitierten Budgets. Da ich zum Glück jetzt seit einer Weile wieder ein ordentliches Gehalt verdiene denke ich dass nun die Zeit gekommen ist mich dem Feinschliff zu widmen. Hier einige der wichtigsten Punkte, an denen ich Änderungsbedarf sehe:


Intensität des Geschmacks

Wie ich schon in meinem 6-Monate-Rückblick erwähnte, hege ich schon länger das Bedürfnis eine neutralere Variante zu entwerfen. Der starke Schokogeschmack ist einfach zu intensiv um für täglichen Konsum auf Dauer wirklich geeignet zu sein. Der Kakao muss also raus, für Eisen und Ballaststoffe muss eine andere Quelle her. Ein relativ neutrales Rezept hätte weiterhin den Vorteil dass der Geschmack durch Beimischen von Gewürzen oder Obst relativ leicht variiert werden könnte. Das Ganze ein wenig Flexibler zu gestalten kann nicht schaden.

09 March 2015

Queal Sample Pack - Review (Teil 2/2)

Wie gestern angekündigt, hier der Rest des reviews des Queal Testpakets. Es gibt nicht viel zu sagen, was ich nicht schon im ersten Teil gesagt hätte. Was bleibt sind ein paar Sätze zu den vier übrigen Geschmacksrichtungen, gefolgt von einem etwas ausführlicheren Fazit.

Die Geschmacksrichtungen

Super Strawberry

Die Erdbeer-Variante von Queal. Wie schon bei den beiden Schoko-Geschmäckern ist auch Erdbeere angenehm dezent. Das Aroma die typisch künstliche Note die man von Kaugummis kennt. Schmeckt okay, aber mein Bier ist es nicht.

Awesome Apple Pie

Angeblich Apfel-Zimt, wobei ich nur einen Hauch von Apfel entdecke - der zum Glück sehr viel authentischer schmeckt als das Erdbeeraroma. Nach Crazy Chocolate Peanut landet Apfel bei mir auf dem zweiten Platz.