Meine Erfahrung mit dem Queal Testpaket hat mir zwei Dinge klargemacht: Zum Einen das ich mein
Soylent wohl weiterhin selber mischen werde, und zum Anderen das mein Rezept definitiv noch Raum für Verbesserungen hat.
Mit dem Erstellen meines ersten Rezeptes fing ich an, als ich mich nach meinem Aufenthalt an der Uni mit zwei Monaten Arbeitslosigkeit konfrontiert war. Mein Hauptaugenmerk bei der Auswahl der Zutaten lag dementsprechend auf dem Preis: Mehr noch als meine Diät gesünder oder weniger aufwändig zu gestalten wollte ich mich hauptsächlich einen Weg finden, mich günstiger zu ernähren. Mit einem Preis von unter 3€ pro Tag ist mir das auch gelungen, und es ist trotzdem ein Produkt dabei herausgekommen welches mir besser schmeckt als das Essen in der Unimensa.
![]() |
| Das aktuelle Rezept auf diy.soylent.me |
Dennoch ist mein Powderfood in macher hinsicht noch etwas ungehobelt, nicht zuletzt aufgrund meines damals sehr limitierten Budgets. Da ich zum Glück jetzt seit einer Weile wieder ein ordentliches Gehalt verdiene denke ich dass nun die Zeit gekommen ist mich dem Feinschliff zu widmen. Hier einige der wichtigsten Punkte, an denen ich Änderungsbedarf sehe:
Intensität des Geschmacks
Wie ich schon in meinem 6-Monate-Rückblick erwähnte, hege ich schon länger das Bedürfnis eine neutralere Variante zu entwerfen. Der starke Schokogeschmack ist einfach zu intensiv um für täglichen Konsum auf Dauer wirklich geeignet zu sein. Der Kakao muss also raus, für Eisen und Ballaststoffe muss eine andere Quelle her. Ein relativ neutrales Rezept hätte weiterhin den Vorteil dass der Geschmack durch Beimischen von Gewürzen oder Obst relativ leicht variiert werden könnte. Das Ganze ein wenig Flexibler zu gestalten kann nicht schaden.
Weichere Konsistenz
Dies ist ein Punkt der mich persönlich überhaupt nicht stört, der mir aber oft von Leuten die mein Rezept probiert haben als Kritikpunkt genannt wurde. Das Mundgefühl der aktuellen Version ist etwas kratzig, was wohl durch das Hafermehl verursacht wird. Die ersten Soylent-Rezepte aus den USA hatten durch das häufig verwendete "Masa harina" (nixtamalisiertes Maismehl) das gleiche Problem. Queal hat dies anscheinend gelöst indem sie ein Gemisch aus Instant-Haferflocken und Sojamehl als Grundlage verwenden, was zu funktionieren scheint. Sojamehl ist interessant schon wegen seiner Inhaltsstoffe, vor Allem des sehr hohen Proteingehalts - sorgt aber leider auch für den typisch erdigen Nachgeschmack von Sojaprodukten, der wiederum für viele Leute ein No-Go ist. In geringer Konzentration ist es eventuell dennoch einen genaueren Blick wert, zumindest falls ich einen guten Verkäufer ausfindig machen kann. Mal sehen.
Instant-Haferflocken sind zum Glück in fast jedem Supermarkt erhältlich, und ich werde gleich mal Testen ob die Konsistenz von Powderfood sich damit weicher gestalten lässt.
Ersatz für Maltodextrin
Maltodextrin ist ätzend. Nicht im chemischen Sinne, sondern metaphorisch. Auch wenn es von Supplement-Verkäufern gerne als die ultimative Kohlenhydrat-Quelle angepriesen wird, doch es gibt berechtigte Zweifel daran, ob es wirklich gesund ist sich das Zeug in großen Mengen einzuverleiben. Hauptsächlich aber ist es ätzend was die Handhabung angeht: Es ist ein so feines und leichtes Pulver dass es sich beim geringsten Luftzug im gesamten Raum verteilt und sich auf alle Oberflächen setzt, wo dann die normale Luftfeuchtigkeit schon ausreicht um es in einen klebrigen Zuckerfilm zu verwandeln. Das Öffnen des Beutels reicht bereits aus um eine klebrige Staubwolke zu verursachen. Von allen Zutaten die ich bis jetzt ausprobiert habe ist Maltodextrin mit Abstand die unangenehmste.
Amylopektin scheint auf den ersten Blick eine gute (und relativ günstige) Alternative zu sein. Da hier jedoch leider das gleiche Problem besteht wie bei Proteinpräparaten (wenige vertrauenswürdige Informationsquellen in einem Meer aus Supplement-Verkäufern) wird es etwas länger dauern bis ich mich ausführlich eingelesen habe. Je nach Ergebnis meiner Recherche wird es dazu hier in naher Zukunft noch einen ausführlichen Post geben.
Vegane Proteinquellen
Wie oben Erwähnt spielte der Preis bei der Auswahl meiner ersten Zutaten eine große Rolle. Nirgendwo spiegelt sich das so sehr wieder wie bei der Wahl meiner Proteinquelle. BodyWorldGroup Recharge Protein ist buchstäblich das günstigste Präparat das ich damals ich finden konnte. Damit soll nicht gesagt sein das es ein schlechtes Produkt ist. Doch die Menge an beigemischten Vitaminen und Spurenelementen macht es zu einer sehr unflexiblen Zutat, deren Menge sich nicht leicht verändern lässt ohne damit gleich irgendeine ober- oder Untergrenze irgendeines Nährstoffs übertreten zu haben. Und ohne den Kakao in meinem Rezept wäre der Vanillegeschmack und die Süße des Proteinpulvers erschlagend.Wie es weitergeht
Generell habe ich vor über die nächsten Wochen hinweg diverse Zutaten zu testen, und dabei nach und nach ein neues Rezept zu entwerfen. Über die einzelnen Schritte werde ich dabei natürlich hier berichten. Die erneute Rezeptbastelei wird auch Gelegenheit bieten, Anleitungen für die Werkzeuge auf diy.soylent.me zu schreiben - was ebenfalls etwas ist das schon länger auf meiner To-Do-Liste steht.

No comments:
Post a Comment